Bundesministerin Warken eröffnet Wanderausstellung „Geschlechtersensible Medizin“

Gemeinsame Pressemeldung von DÄB und DGesGM

18.03.2026
Foto: Diana Falke
Am 06. März 2026 gab Ministerin Nina Warken (Bildmitte) den Startschuss für die Wanderausstellung „Geschlechtersensible Medizin“ im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in Berlin.

Initiiert wurde die Wanderausstellung durch den Deutschen Ärztinnenbund (DÄB), vertreten durch Prof. Dr. med. Gabriele Kaczmarczyk (rechts im Bild) und die Deutsche Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin e.V. (DGesGM), vertreten durch die Vorsitzende Univ.-Prof. Dr. med. Ute Seeland (links im Bild).

Mit ihrer Eröffnungsrede setzte die Bundesgesundheitsministerin (CDU) ein wichtiges Signal. „Lange Zeit galt in der Medizin der männliche Körper als Norm. Heute wissen wir: Krankheiten äußern sich unterschiedlich, Medikamente wirken unterschiedlich, Risiken verteilen sich unterschiedlich – je nach biologischem Geschlecht und sozialen Lebensrealitäten. Wer diese Unterschiede ignoriert, riskiert Fehldiagnosen, verspätete Behandlungen und vermeidbares Leid. Deshalb freut es mich sehr, dass wir die Ausstellung „Geschlechtersensible Medizin“ hier im BMG zu Gast haben. Sie macht deutlich, wo wir stehen in Sachen Frauengesundheit – und wo wir noch besser werden müssen.“

Prof. Dr. med. Gabriele Kaczmarczyk richtete ebenfalls einige Worte an das Publikum: „Man kann das gar nicht hoch genug einschätzen, dass im Bundesministerium für Gesundheit und durch Ministerin Warken große Anstrengungen gemacht werden, Fortschritte in der Erforschung von Frauengesundheit zu machen, dass Projekte angestoßen werden.“ Univ.-Prof. Dr. med. Ute Seeland fügte hinzu: „Diese Ausstellung zeigt, wie wichtig ein differenzierter, geschlechtersensibler Ansatz in der Prävention und Versorgung ist. Wir müssen in Zukunft weg von der organbezogenen Medizin hin zu einem mehr systembiologischen Ansatz, der den ganzen Menschen im Blick hat. Dadurch ersparen wir den Betroffenen viel Leid.“

Die Ausstellung umfasst zwölf großformatige Poster, die in allgemeinverständlicher Sprache die Geschlechterunterschiede in zehn unterschiedlichen medizinischen Bereichen, aber auch Themen wie den Einfluss von Umweltfaktoren auf unsere Gesundheit thematisieren. Bemerkenswert ist zudem die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen, wie etwa die medizinische Ausbildung oder die Neubesetzung von Führungspositionen durch Frauen in der Medizin.

Die Wissenslücke zu den Geschlechterunterschieden in der Medizin (Gender Data Gap) ist groß. Daher ist die Bekanntmachung des Wissenschaftsjahrs „Frauengesundheit“, ausgerufen vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Datenlage in Deutschland.

Die Ausstellung gastiert noch bis einschließlich 26. März 2026 im
Bundesministerium für Gesundheit in Berlin. Ab dem 31.03.2026 zieht
die Ausstellung weiter in das Foyer des Hörsaal 7 auf dem Campus der
Medizinischen Fakultät der Otto von Guericke-Universität Magdeburg
(Leipziger Str. 44) und kann dort auch von Besucherinnen und
Besuchern besichtigt werden.

Finanziert wird das Projekt vom Deutschen Ärztinnenbund (DÄB), aus Spenden der Regionalgruppen des DÄB, von der Deutschen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin (DGesGM) sowie von der Margarete-Ammon-Stiftung.